Zugriff via Bluetooth auf’s Handy

Mein nicht mehr ganz so neues Handy (Nokia 6230i) hat eine Bluetooth-Schnittstelle, mit der sich unter anderem Headsets/Freisprecheinrichtungen oder andere Handys koppeln lassen. Nicht uninteressant ist allerdings auch die Kopplung an den PC, denn damit werden Funktionen wie z.B. das leichte Archivieren von SMS oder eine einfache Übernahme des Telefonbuchs auf ein anderes Gerät möglich. Auch kann auf diese Weise die eigene Büroanwendung mit dem Mobiltelefon synchronisiert werden.

Grund genug das also mal auszuprobieren. Die Tatsache, dass PCs (mal abgesehen von neueren Laptops) nicht über Bluetooth verfügen, macht zunächst einmal den Erwerb eines Bluetooth-USB-Sticks notwendig. Erfreulicherweise bekommt man einen entsprechenden Stick für wenige Euro beim dem Technik-Händler des Vertrauens. Alternativ besitzen insbesondere ältere Handys die Möglichkeit per Infrarot angekoppelt zu werden. Außerdem gibt es kabelgebundene Lösungen. In beiden Fällen ist mit wenigstens den selben Kosten zu rechnen, weswegen ich hier klar für Bluetooth plädiere.

Als nächstes braucht man eine Software um die Kopplung durchzuführen. Unter Windows 2000 verwendete ich dazu BlueSoleil sowie die Nokia PC Suite, was nicht immer stabil lief. Windows XP und Viste bringen m.E. einen eigenen Bluetooth-Stack mit, wodurch man auf BlueSoleil verzichten kann.

Nunja .. meine Windows Zeit ist erstmal vorbei, daher musste eine Linux-Lösung her. Ich verwende aktuell Debian (lenny) und dachte mir .. schauen wir mal, was so an Board ist. Im Internet fand ich folgende Anleitung von Danfuh. Nachdem ich die genannten Pakete installiert hatte (teilweise sind die Pakete mittlerweile aktualisiert z.B. libbluetooth2), versuchte ich spontan mein Handy mit dem Rechner zu koppeln. Dazu ist es notwendig die Bluetooth-Geräte-Adresse des Handys zu wissen, welche mein Nokia ausspuckt, wenn ich den Code *#2820# eingebe. Nun noch Bluetooth aktivieren und die Kopplung mit einem Passwort absegnen und schon ist mein Debian mit dem Handy verbunden.

Somit erhält man schonmal Zugriff auf den internen Speicher sowie den Speicher der SD-Karte. Das ist ideal um beispielsweise eigene Klingeltöne aufs Handy zu spielen oder die mit der Kamera gemachten Fotos auszulesen oder auszusortieren. Vor allem kann man sich so leicht von dem ganzen vorinstallierten Kram trennen, sofern man mehr Platz für eigene Dinge braucht. Wenn mehrere Rechner mit Bluetooth ausgerüstet sind, kann man auf diese Weise auch relativ leicht Daten zwischen den Rechnern austauschen ohne dass ein USB-Stick notwendig wird. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist dabei nicht überwältigend aber akzeptabel.

Für die Übertragung der Nachrichten und Telefonnummern ist dieser Weg nicht geeignet. Dafür ist eine spezielle Software notwendig. Nach kurzer Recherche bin ich auf mehrere Vertreter gestoßen mit denen dies möglich sein soll. Meine Wahl fiel auf eine Software mit dem wohlklingendem Namen Wammu. Es handelt sich dabei um eine GUI für die python-basierte Library Gammu, die für die eigentliche Verbindung zum Handy verantwortlich ist. In der Datenbank finden sich zahllose unterstützte Handy- und Verbindungstypen, darunter auch die für mein Handy notwendigen Einstellungen bei Bluetoothkopplung.

Leider handelt es sich gefühltermaßen bei der Software noch um eine Entwicklungsversion, denn obwohl viele Dinge bereits eingebaut sind, ist es noch bisschen „linux-like“, also frickelig. Wen das nicht stört, der kann mit der Software jedoch sowohl das Telefonbuch, die Nachrichten, den Kalender, die Anruflisten und die Aufgabenliste einsehen und bearbeiten. Außerdem steht eine Backupfunktion zur Verfügung, die die eingelesenen Daten abspeichert und bei Bedarf wieder einliest. Auch das Senden einer SMS sowie das Führen eines Anrufes soll über die Anwendung möglich sein. Beides habe ich nicht getestet.

Leider wird im Moment keine Möglichkeit zur Synchronisation mit anderen Büroanwendungen zur Verfügung gestellt. Diesem Ziel widmen sich allerdings andere Projekte wie blueZync oder OpenSync, die ich mir bei Gelegenheit mal näher ansehen werde. Auf jeden Fall ist dies ein spannendes Thema.

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